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Gewebte Poesie

Im Museum Quai Branly hatten wir auch Gelegenheit, die Modeausstellung „African Fashion“ zu besuchen
Im Museum Quai Branly hatten wir auch Gelegenheit, die Modeausstellung „African Fashion“ zu besuchen

  

Rafia, Baumwolle, Leder kunstvoll gewebt, bestickt, gefärbt und bemalt. Textilien weit mehr als Kleidungsstücke. Die Ornamente auf den gefärbten Baumwollstoffen zum Beispiel aus Mali erzählen Geschichten, rezitieren Genealogien, berichten von Zugehörigkeit und Fremdheit, von Heimat und Verlust – seit über 800 Jahren. Der Bogolan ist Identität, steht symbolisch für die Erde (bogo heißt Erde  und-lan kommend aus auf Bambara, eine Sprache in Mali) und für heilende Kraft und Energie. Auch die Stickereien auf den indigoblauen Tunika der Peulh-Woodabe erzählen Geschichten: Kreise stehen für das Feuer, das Leben, das Heim. Die Zickzacklinien für die Stricke, an denen die Kälber angebunden werden, solange ihre Mütter in der Savanne weiden. Die reichen Stickereien an den Damastgewändern der Songhay Nigers und Malis berichten von Edelmut und Ehre. Damast ist ein Stoff, der durch den Import vor allem aus Deutschland und Österreich  in den 1960 er Jahren die Mode in Westafrika geprägt hat und immer noch prägt.

Stoffe berichten von Handel, Beziehungen, Reichtum und Untergang – nicht nur im afrikanischen Kontext. Der ghanaische Künstler Anatsui sagte einmal in einem Interview: „Stoffe sind in Afrika, was steinere Denkmäler im Okzident sind!“

Spannend oder? Hier gibt es noch mehr Informationen zum Bogolan in Mali:


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